Ist der Islam noch zu retten?

Unter diesem Motto machte der bekannte, islamkritische Publizist Hamed Abdel Samad im Rahmen einer Vortragsreise in Chemnitz Station.

Samad, 1972 in Ägypten als Kind eines sunnitischen Imams geboren, ist für seine Kritik am politischen Islamismus deutschlandweit bekannt, was ihn seit Jahren zwingt, unter Personenschutz zu leben. Radikale Islamisten gaben ihn nach Veröffentlichung seiner ersten Bücher zur Tötung frei, ein Umstand, der bereits dem Schriftsteller Salman Rushdie wiederfuhr.

Der ebenfalls bekannte Journalist, Filmemacher und Buchautor Samuel Schirmbeck, langjährig für die ARD als Korrespondent in Algerien tätig und ein profunder Kenner der Mahgreb-Staaten und ihrer Gesellschaften, war als Moderator und Stichwortgeber im Saal des „ Rabensteiner Hof“ dabei.

Etwa 150 Zuhörer waren der Einladung der Agentur „WortReich“ gefolgt, um Abdel Samad live zu erleben. Er machte bereits am Anfang seines Vortrages seine Skepsis deutlich, dass der Islam reformierbar ist, indem er von Mauern sprach, die den Koran vor einer Erneuerung schützen. Während seiner Reisen durch europäische Länder wie Schweden, Belgien, Frankreich und andere sei er stets mit den gleichen Problemen im Umgang mit dem Islam konfrontiert worden. Seiner Auffassung nach sei das Bekenntnis zu den europäischen Werten der Schlüssel zur Integration und er nahm in dieser Hinsicht die muslimischen Zuwanderer ausdrücklich in die Pflicht. Er kritisierte jedoch auch die „Naivität“ der Behörden in Deutschland, die der Gleichsetzung islamischer Verbände wie der DITIB mit den christlichen Kirchen das Wort redeten.

Diese Organisation, so Abdel Samad, versuche als verlängerter Arm der türkischen Regierung Einfluss auf die deutsche Innenpolitik zu gewinnen, eine Tendenz, die umgehend unterbunden werden müsse. Wirtschaftsinteressen und der vorherrschende Linksliberalismus blockieren nach Ansicht von Abdel Samad jedoch bis dato jeden konstruktiven öffentlichen Diskurs.

Abdel Samad betonte, nicht nur Kritik artikulieren, sondern auch Lösungen anbieten zu wollen. Dazu gehöre eine Änderung bzw. konsequente Durchsetzung der Gesetze, die Ausweisung radikaler Islamisten und ihrer Protagonisten in Moscheen, Verbänden und Vereinen und nicht zuletzt die Begrenzung der Zahl der Asylbewerber durch geeignete Maßnahmen. In einer überforderten und in Teilen handlungsunfähigen Justiz sah Abdel Samad einen weiteren Schwachpunkt, der dringend reformiert werden müsse.

Im Anschluß an seine Ausführungen kam es zu einer angeregten Diskussion mit dem Publikum und Abdel Samad nahm sich auch noch geduldig Zeit, seine Bücher zu signieren und persönliche Gespräche zu führen.

Unser Dank gilt abschließend der Agentur „ WortReich“ und M. Sitte-Zöllner, der diesen erfolgreichen Abend maßgeblich organisierte sowie allen Gästen für ihr Interesse.

Tino Schneegass, KV Chemnitz

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